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Lagerumschlag berechnen und verbessern

Von Bernd Schäfer · Bestandsoptimierung für den Handel · Stand 1. November 2026

Kurz gesagt

Lagerumschlag = Wareneinsatz pro Jahr ÷ durchschnittlicher Lagerbestand, beides zu Einkaufspreisen. Ein Umschlag von 3,5 heißt: Das Lager wird 3,5-mal im Jahr verkauft und ersetzt, ein Euro Ware liegt im Schnitt 104 Tage (365 ÷ 3,5). Was gut ist, hängt stark vom Sortiment ab. Vergleichen Sie sich vor allem mit dem eigenen Vorjahr. Steigern lässt sich der Umschlag vor allem durch den Abbau von Überbestand und Ladenhütern.

Zwei Kollegen klatschen sich vor einem Bildschirm mit steigenden Balken ab
Zwei Kollegen klatschen sich vor einem Bildschirm mit steigenden Balken ab · KI-Bild · Bestands-Manager.com

Die Formel

Lagerumschlag = Wareneinsatz pro Jahr ÷ durchschnittlicher Lagerbestand

Der Wareneinsatz ist das, was die verkaufte Ware Sie im Einkauf gekostet hat. Wichtig: Beide Werte zu Einkaufspreisen. Wer den Umsatz zu Verkaufspreisen durch den Bestand zu Einkaufspreisen teilt, rechnet sich den Umschlag schön.

Rechenbeispiel

GroßhändlerWert
Wareneinsatz pro Jahr4.200.000 €
Durchschnittlicher Lagerbestand1.200.000 €
Lagerumschlag4.200.000 ÷ 1.200.000 = 3,5
Lagerdauer365 ÷ 3,5 = 104 Tage

Das Lager wird 3,5-mal im Jahr komplett verkauft und ersetzt. Ein Euro Ware liegt im Durchschnitt 104 Tage, bevor er wieder hereinkommt.

Den Durchschnittsbestand richtig ermitteln

Ein einzelner Stichtag täuscht, etwa direkt vor der Saison oder nach der Inventur. Besser:

Was ist ein guter Lagerumschlag?

Darauf gibt es keine allgemeine Antwort. Ein Lebensmittelhändler dreht sein Lager viel öfter als ein Ersatzteilhändler mit 30.000 Artikeln. Vergleiche mit Branchenzahlen helfen deshalb wenig. Aussagekräftiger sind:

Was ein höherer Umschlag bringt

Steigt der Umschlag im Beispiel von 3,5 auf 4,0, sinkt der nötige Bestand bei gleichem Wareneinsatz von 1.200.000 € auf 1.050.000 €. 150.000 Euro sind frei, und bei 20 Prozent Lagerkostensatz sparen Sie rund 30.000 Euro im Jahr.

Fünf Hebel für mehr Umschlag

  1. Überbestand abbauen. Nachbestellung aussetzen, bis 90 Tage Reichweite erreicht sind.
  2. Ladenhüter loswerden. Sie zählen voll zum Bestand und bringen keinen Wareneinsatz.
  3. Bestellmengen prüfen. Kleinere Mengen öfter bestellen, wo Lieferant und Kosten es zulassen.
  4. Rabattkäufe gegenrechnen. Ein Mengenrabatt lohnt nur, wenn er größer ist als die Lagerkosten für die längere Liegezeit.
  5. Sortiment bereinigen. C-Artikel ohne strategische Bedeutung auslisten oder nur auf Bestellung führen.

Achten Sie dabei auf die Lieferfähigkeit. Ein höherer Umschlag ist nur dann ein Erfolg, wenn die wichtigen A-Artikel weiter verfügbar sind.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Lagerumschlag?

Wareneinsatz pro Jahr geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand, beides zu Einkaufspreisen. Beispiel: 4,2 Mio. € ÷ 1,2 Mio. € = 3,5.

Was ist die Lagerdauer?

Die durchschnittliche Zahl der Tage, die Ware im Lager liegt: 365 geteilt durch den Lagerumschlag. Bei einem Umschlag von 3,5 sind es rund 104 Tage.

Was ist ein guter Lagerumschlag im Handel?

Das hängt stark vom Sortiment ab. Aussagekräftiger als Branchenwerte ist der Vergleich mit dem eigenen Vorjahr und zwischen den Warengruppen.

Wie erhöhe ich den Lagerumschlag?

Vor allem durch den Abbau von Überbestand und Ladenhütern, kleinere Bestellmengen und das Gegenrechnen von Mengenrabatten, ohne die Lieferfähigkeit der A-Artikel zu gefährden.

Wie hoch ist Ihr Lagerumschlag?

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